Unterwegs in Mitte – Finale!

Kommunalpolitisches Gruppenfoto – fünf Bürgermeister am Kröpcke.
Mitte. Das klingt nach Halbzeit. Ist aber ein Finale. Abschluss unserer Stadtteilserie, und der Andrang ist von Anfang an groß. Der Tourbus steht heute zwischen Kröpcke-Uhr und Kröpcke-Center-Bauzaun, direkt unterm Kröpcke-Umbau-Kran. Mittiger geht’s nicht.
Das sieht auch die politische Prominenz so. Gleich fünf Bürgermeister sind vorbeigekommen. Der Erste Bürgermeister Bernd Strauch, Bürgermeisterin Ingrid Lange und ihre Kollegen Knut Fuljahn (Misburg), Rainer Folta (Mitte) und Margrit Heidi Stolzenwald (überall – von Ledeburg bis Stöcken). Große Wiedersehensfreude – denn sie haben unsere Tour treu begleitet. Mit Strauch starteten wir bei 33 Grad in Anderten, Ingrid Lange trafen wir in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes in Davenstedt, Fuljahn erklärte uns die feinen Unterschiede zwischen „Missburg“ und Miesburg“ an Meyers Garten. Schöner Anlass für ein kommunalpolitisches Gruppenfoto am Kröpcke.

NP-Kollege Philipp Lackner mit Lesern.
Aber auch viele bekannte Leser sind da. Susanne Vogelsang etwa, die wir auf dem kleinen Ahlemer Markt mit dem kickenden Nachwuchs erlebten. Peter Klusmann aus Ledeburg, der heute im Roderbruch wohnt. Ein Doppelbesucher, der mit dem Rad da ist und die Servicestation Fernroder Straße lobt. Nicht zu vergessen Klaus Hitschke, algarve-gebräunt und bestens bekannt von den Märkten im Zoo und im Roderbruch, aus der Süd- und Oststadt. „Ich bin heute zum fünften Mal da“, freut sich der Mann mit der grauen Mütze. „Krieg ich ne Ehrennadel?“ Haben wir leider nicht da, aber ein Stadtteil-T-Shirt Größe M. Der nächste Strandurlaub in Portugal kommt bestimmt.

City-Gemeinschaft zu Gast in der City: Christoph Dannowski, Dirk Aigner, Martin A. Prenzler (von rechts).
Auf Hannover-Visite ist Jobst Plog, langjähriger NDR-Intendant. Auch er schaut beim NP-Team vorbei: „Schöne Idee!“ Finden auch Dirk Aigner und Martin A. Prenzler von der City-Gemeinschaft“. Wofür das „A.“ im Namen steht? „Für Aristoteles“, scherzt der Mann aus der sechsten Generation der „Liebe“-Dynastie. Ein weiser Konter. Besucher Kurt Schwarz lobt Prenzler für die geschmackvolle Kleidung. „Die Menschen im Fernsehen sind ja immer so schrecklich angezogen“, urteilt der Mann, der viele Jahre Gewandmeister an der Oper war. Kurzer, kritischer Blick auf Moderator Christoph Dannowski, der mit schwarzer Regenjacke und rotem Schal gekommen ist. „Naja“, knurrt der Gewandmeister, „geht auch“. Ich ziehe den lila Schal (Hannover ist ja jetzt das Herz der Evangelischen Welt) etwas fester. Muss ja keiner sehen, dass die Krawatte fehlt.

Eine Torte fürs Team.
Vom 1-Euro-Verkäufer nebenan weht kräftiger Bratwurst-Geruch herüber, aber da beginnt der große Mövenpick-Auftritt. Direktor Mathias Baller und seine beiden Konditoren bringen eine riesige Torte an den Bus. Hauchgrüne Schrift auf weißem Zuckerguss: „So lebt Hannover“. Darüber zart mit Kouvertüre das Logo gezogen, samt Anzeigerhochhaus, Zoo-Elefant und Rathaus. Ganz große Kunst!
Und so lecker. Im Windeseile ist der Stand umlagert. „Miss NP“ Helene Raatz schneidet die Schoko-Mandel-Torte an, in nur elf Minuten ist alles restlos verputzt. Christoph Dannowski hat auch ein Stück ergattert.

96-Experten: Die Mövenpick-Küchenchefs sind auf Ballhöhe.
Und noch zwei „Mövenpickis“ kommen auf einen Sprung raus: Küchenchef Oliver Hodemacher und sein Vize Dirk Uiffinger diskutieren schon mal die Taktik fürs kommende 96-Heimspiel gegen den HSV. Blauer Himmel, Sonne – „und am Sonntag drei Punkte!“
Und dann noch Besuch aus der Zentrale. Die freundlichen Kollegen vom Vertrieb schauen vorbei und bedanken sich für zehn Wochen mit einer großen Stadtteil-Collage. Tolles Geschenk!
Am Glücksrad scheint die Schlange der wartenden Glückssucher endlos, ihre Geduld auch. Susanne hat richtig viel zu tun, ihr Kollege Danny ebenfalls. Beide sind ein wenig wehmütig.

Happy-end mit Abschiedsgeschenk.
Immerhin waren wir 35 Tage gemeinsam auf Tour, haben so manche Anekdote zusammen erlebt. Leichter Regen setzt ein, die Lampen der Winterbeleuchtung erstrahlen.
Hannover, wir kommen zurück. Versprochen.

















„Der Döhrener an sich ist ein spendabler Mensch.“ Kollege Christoph Dannowski, der an diesem stürmisch-nassen Herbstmorgen auffällig guter Dinge ist, hat es wieder mal vorher gewusst. Der NP-Tourbus steht heute auf dem Fiedelerplatz, einem der schönsten Wochenmärkte der Stadt. Dem fiesen Wetter zum Trotz zeigen sich unsere Nachbarn von ihrer sonnigen Seite. Die freundlichen Österreicher aus dem Bregenzerwald reichen eine Scheibe Appenzeller rüber, Heinz Wiegmann (Weserbergland, 500 Schweine) kommt mit einer Leistungsschau seines Fleischwagens herüber: Feiner Schinken, Bregenwurst, Schinkenknacker. Und Horst Bohn („ihr sollt doch nicht leben wie ein Hund“) spendiert Lakritzbonbons. Für den Hals.
Bodo Krüger kann über Besuch nicht klagen. Die Männer aus Döhrens Sportvereinen sind geschlossen angetreten. „Dich kennt hier ja jeder Vierte“, staunt Kollege Dannowski öffentlich übers Mikro.
Wir am NP-Tourbus feiern schon mal vor. Denn Waldtraut Goldmann, die wir am Tag zuvor in Vinnhorst kennengelernt haben, liefert eine Aufschnittplatte an. Wurst, Schinken, frisches Baguette und knackige Cocktailtomaten. Ein runder Markttag, so kann es nächste Woche in Bothfeld, Oberricklingen und Stöcken weitergehen. Aber erstmal wollen wir noch ein wenig Kiez-Luft atmen.
Annegret Becker-Baumann hätte es sehen können. Immerhin ist sie Geprüfte Astrologin im Deutschen Astrologen Verband (DAV) und mithin fähig, die Zukunft zu deuten. Dass wir mit dem NP-Tourbus aber heute in Vinnhorst vorbeikommen, hat sie doch „ein wenig überrascht.“ Andere sind präzise vorbereitet: Horst Meyer vom Arbeitskreis Stadtgeschiche steht um Punkt zwei Uhr bei uns am Stand, der heute zwischen Bäckerwagen, Fleischertheke und dem Bus der Fahrbücherei am Vinnhorster Rathaus steht. Hobbyhistoriker Wolfgang Leonhard hat eine ganze Tüte Bücher mitgebracht. „Aktuell forsche ich an der Geschichte des Kurhauses Mecklenheide – von 1899 bis heute.“ Aktiv sind sie hier alle. Auch Hansjürgen Gärtner vom „Kulturkreis“. Gemeinsam haben sie alle vier Wochen einen Talk-Gast im Rathaus, in dem schon lange keine Politik mehr gemacht wird. „Unser Herr Hoppe hat über ‚Deutschen Kitsch’ referiert, auch ein Polarforscher war schon da.“
Die Kälte bleibt ein Thema. morgen müssen wir uns warm anziehen. Ganz ohne Blick in die Kristallkugel ahnen wir: Auf dem Fiedelerplatz wird es stürmisch.