Unterwegs in Mitte – Finale!

Kommunalpolitisches Gruppenfoto – fünf Bürgermeister am Kröpcke.

Kommunalpolitisches Gruppenfoto – fünf Bürgermeister am Kröpcke.

Mitte. Das klingt nach Halbzeit. Ist aber ein Finale. Abschluss unserer Stadtteilserie, und der Andrang ist von Anfang an groß. Der Tourbus steht heute zwischen Kröpcke-Uhr und Kröpcke-Center-Bauzaun, direkt unterm Kröpcke-Umbau-Kran. Mittiger geht’s nicht.
Das sieht auch die politische Prominenz so. Gleich fünf Bürgermeister sind vorbeigekommen. Der Erste Bürgermeister Bernd Strauch, Bürgermeisterin Ingrid Lange und ihre Kollegen Knut Fuljahn (Misburg), Rainer Folta (Mitte) und Margrit Heidi Stolzenwald (überall – von Ledeburg bis Stöcken). Große Wiedersehensfreude – denn sie haben unsere Tour treu begleitet. Mit Strauch starteten wir bei 33 Grad in Anderten, Ingrid Lange trafen wir in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes in Davenstedt, Fuljahn erklärte uns die feinen Unterschiede zwischen „Missburg“ und Miesburg“ an Meyers Garten. Schöner Anlass für ein kommunalpolitisches Gruppenfoto am Kröpcke.

NP-Kollege Philipp Lackner mit Lesern.

NP-Kollege Philipp Lackner mit Lesern.

Aber auch viele bekannte Leser sind da. Susanne Vogelsang etwa, die wir auf dem kleinen Ahlemer Markt mit dem kickenden Nachwuchs erlebten. Peter Klusmann aus Ledeburg, der heute im Roderbruch wohnt. Ein Doppelbesucher, der mit dem Rad da ist und die Servicestation Fernroder Straße lobt. Nicht zu vergessen Klaus Hitschke, algarve-gebräunt und bestens bekannt von den Märkten im Zoo und im Roderbruch, aus der Süd- und Oststadt. „Ich bin heute zum fünften Mal da“, freut sich der Mann mit der grauen Mütze. „Krieg ich ne Ehrennadel?“ Haben wir leider nicht da, aber ein Stadtteil-T-Shirt Größe M. Der nächste Strandurlaub in Portugal kommt bestimmt.

City-Gemeinschaft zu Gast in der City: Christoph Dannowski, Dirk Aigner, Martin A. Prenzler (von rechts).

City-Gemeinschaft zu Gast in der City: Christoph Dannowski, Dirk Aigner, Martin A. Prenzler (von rechts).

Auf Hannover-Visite ist Jobst Plog, langjähriger NDR-Intendant. Auch er schaut beim NP-Team vorbei: „Schöne Idee!“ Finden auch Dirk Aigner und Martin A. Prenzler von der City-Gemeinschaft“. Wofür das „A.“ im Namen steht? „Für Aristoteles“, scherzt der Mann aus der sechsten Generation der „Liebe“-Dynastie. Ein weiser Konter. Besucher Kurt Schwarz lobt Prenzler für die geschmackvolle Kleidung. „Die Menschen im Fernsehen sind ja immer so schrecklich angezogen“, urteilt der Mann, der viele Jahre Gewandmeister an der Oper war. Kurzer, kritischer Blick auf Moderator Christoph Dannowski, der mit schwarzer Regenjacke und rotem Schal gekommen ist. „Naja“, knurrt der Gewandmeister, „geht auch“. Ich ziehe den lila Schal (Hannover ist ja jetzt das Herz der Evangelischen Welt) etwas fester. Muss ja keiner sehen, dass die Krawatte fehlt.

Eine Torte fürs Team.

Eine Torte fürs Team.

Vom 1-Euro-Verkäufer nebenan weht kräftiger Bratwurst-Geruch herüber, aber da beginnt der große Mövenpick-Auftritt. Direktor Mathias Baller und seine beiden Konditoren bringen eine riesige Torte an den Bus. Hauchgrüne Schrift auf weißem Zuckerguss: „So lebt Hannover“. Darüber zart mit Kouvertüre das Logo gezogen, samt Anzeigerhochhaus, Zoo-Elefant und Rathaus. Ganz große Kunst!
Und so lecker. Im Windeseile ist der Stand umlagert. „Miss NP“ Helene Raatz schneidet die Schoko-Mandel-Torte an, in nur elf Minuten ist alles restlos verputzt. Christoph Dannowski hat auch ein Stück ergattert.

96-Experten: Die Mövenpick-Küchenchefs sind auf Ballhöhe.

96-Experten: Die Mövenpick-Küchenchefs sind auf Ballhöhe.

Und noch zwei „Mövenpickis“ kommen auf einen Sprung raus: Küchenchef Oliver Hodemacher und sein Vize Dirk Uiffinger diskutieren schon mal die Taktik fürs kommende 96-Heimspiel gegen den HSV. Blauer Himmel, Sonne – „und am Sonntag drei Punkte!“

Und dann noch Besuch aus der Zentrale. Die freundlichen Kollegen vom Vertrieb schauen vorbei und bedanken sich für zehn Wochen mit einer großen Stadtteil-Collage. Tolles Geschenk!

Am Glücksrad scheint die Schlange der wartenden Glückssucher endlos, ihre Geduld auch. Susanne hat richtig viel zu tun, ihr Kollege Danny ebenfalls. Beide sind ein wenig wehmütig.

Happy-end mit Abschiedsgeschenk.

Happy-end mit Abschiedsgeschenk.

Immerhin waren wir 35 Tage gemeinsam auf Tour, haben so manche Anekdote zusammen erlebt. Leichter Regen setzt ein, die Lampen der Winterbeleuchtung erstrahlen.

Hannover, wir kommen zurück. Versprochen.

Unterwegs in Misburg-Nord

"Bei Mies-Burg flipp ich aus". Da ist Leser Pischt knallhart.

"Bei Mies-Burg flipp ich aus". Da ist Leser Pischt knallhart.

„Miss-Burg müssen Sie sagen“, sagt Knut Fuljahn bestimmt, „nicht Mies-Burg“. Das ist sogar Christoph Dannowski neu, und am Mikro knallt der Mann, der seit neun Wochen durch Hannovers Stadtteile tingelt, die Konsonanten knallhart aneinander. „Hallo, Misssburg!“ Richtig so, „denn das ist ja kein I wie in Kaninchen“, assistiert Werner Pischt, „hier um die Ecke“ 1938 geboren. „Wenn einer Miieeesburg sagt, könnt ich ausflippen.“
Der NP-Tourbus steht heute in/an/auf Meyers Garten, ich bin da vorsichtig. Mis(s)burger verzeihen nicht so schnell. Niemand hat eine antike Pistole mit. Das ist beruhigend! Dafür ist das Wetter umso freundlicher, Altweibersommer oder, wie es neuerdings sinnlos heißt, Indianersommer.

Fan-Besuch: Tina Zeller mit Frank Wilde.

Fan-Besuch: Tina Zeller mit Frank Wilde.

Von alledem ist am Bus aber nichts zu sehen, dafür kommt mit Tina Zeller ein echter Frank-Wilde-Fan an den Bus. Sie liebt die Tierbilder des NP-Fotografen. Ihr größter Wunsch: „Einmal mit Frank Wilde durch den Zoo gehen und Fotos machen.“ Heute gibt’s erstmal ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit der Arzthelferin am NP-Bus. Das schafft sogar ein Chefredakteur …
„Wir haben soviel Wald wie kein andere Stadtteil“, wirbt Fuljahn für „sein“ Quartier. „Mit Krötenwanderung“ kann ich zustimmen, denn dafür ist der Mis(s)burger Wald auch berüchtigt. Waldtraut Rosendahl berichtet, dass die Bahn künftig bis Meyers Garten fährt. „Da hinten ist die Endstation.“ Ob sie sich über den neuen Anschluss freut? Kopfschütteln, „wir brauchen die Bahn nicht, der Bus reicht uns aus.“
Bahnfreundlich sind sie vielleicht nicht, die Mis(s)burger, aber tierfreundlich. „Ich habe gerade den 17. Kasten für Mauersegler ans Haus gehängt“, berichtet Birgitta Zeller und schwärmt von den Flugkünsten der Vögel. Eine Steilvorlage, bereits zum zweiten Mal heute mit Tierwissen zu glänzen: „Wussten Sie, dass die Mauersegler deshalb in den Sturzflug gehen, um ihren ärgsten Parasiten, die Blutlausfliege, abzuschütteln?“ Nein, dass habe sie noch nicht gewusst, lacht Frau Zeller. Ob sie Mauersegler noch immer niedlich findet? Ich hoffe schon.
Unterdessen ist ein ehemaliger NP-Kollege eingetrudelt. Burkhard Riepenhoff, der mittlerweile in Osnabrück arbeitet, kommt auf Stippvisite vorbei. „Ich habe gelesen, dass ihr immer Bratcurry da habt“, freut er sich. „Habt ihr den Grill schon angeworfen?“ Aber ausgerechnet heute ist kein Wochenmarkt weit und breit, der Besucher bekommt eine pralle Bockwurst aus dem nahen Wurst-Basar. „Auch lecker!“
Vom mächtigen Ahornbaum über dem NP-Tourbus rieseln bunte Blätter, eine wehmütige Stimmung macht sich breit. Noch eine Woche bis zum großen Finale auf dem Kröpcke.
Mitte, wir kommen!

Runde Sache: Lesertreffen auf Meyers Garten.

Runde Sache: Lesertreffen auf Meyers Garten.

Unterwegs in Vahrenwald

Es gibt Stadtteile, denen gegenüber man ein leichtes Schuldgefühl empfindet. Bei mir ist es Vahrenwald. Mehr als vier Jahre dort gelebt, im Bermudadreieck zwischen „Vahrenwalder Imbiss“, „Vahrenwalder Bäcker“ und „Vahrenwalder Video-Eck“. Und dennoch habe ich standhaft behauptet, in der List zu leben. Unnötig, denn ich kenne die schönen Ecken des Viertels nur zu genau – vom Bolzplatz an der Iserhagener Straße bis zum Vahrenwalder Bad. Egal, das Thema ist verjährt.

Kollege Christoph Dannowski begrüßt Gäste am NP-Tourbus

Kollege Christoph Dannowski begrüßt Gäste am NP-Tourbus

Heute steht der NP-Tourbus auf dem Jahnplatz auf dem Wochenmarkt, zwischen den typisch dunkelroten Klinkerhäusern des Quartiers. Ich bin nur auf Stippvisite, erkältungsbedingt. In Herrenhausen musste ich schwänzen, schon habe ich ein große Tablett Kuchen verpasst. Und auch heute läuft der Nachschub perfekt. Waltraud Goldmann vom Bäckereiwagen kommt vorbei. Ja steht die denn auf jedem Markt der Stadt? Diesmal bringt sie Kaffee, Aufschnitt und – Weihnachten steht vor der Tür – marzipangefüllten Stollen. Herrlich! „Ihr habts gut“, scherzt ein Stammleser, „habe gelesen, das Steigenberger bewirtet Euch“. Kleiner Scherz, den fleißigen Kollegen sind Kaffee und Stollen mehr als gegönnt. Ich ziehe den Schal etwas fester und nehme statt kalter Platte lieber heißen Tee und Lutschtablette, die Tage im Außendienst fordern ihren Tribut.

Zügig verlasse ich das zugige Vahrenwald, da  ist es wieder, dieses leichte Schuldgefühl.

Zwei Tage, dann hat es sich hoffentlich ausgehustet.

Misburg-Nord, wie kommen!

Unterwegs in Stöcken

Stöcken steckt an: Gute Laune am NP-Bus.

Stöcken steckt an: Gute Laune am NP-Bus.

Die Geschichten von Marina, Kaetel und Ursula ähneln sich. Sie waren jung, ihre Männer bei VW – also zogen sie mit der Familie nach Stöcken. Näher dran zur Nachtschicht. „Zuerst war es eine Überwindung“, sagt Marina Heuer, „aber jetzt leben wir gerne hier.“ Seit 30 Jahren. Kaetel Hodt gesteht: „Ich kam vom Dorf, habe allen erzählt, dass ich nach Herrenhausen ziehe – das hatte den besseren Ruf.“  Nun lebt sie 45 Jahre hier, Ursula Engelke rechnet nach: „Ich 58 Jahre!“
Der NP-Tourbus steht heute auf dem Stöckener Markt, und selten war so viel Auftrieb. Auch kommunalpolitisch: Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch und Bezirksbürgermeisterin Heidi Stolzenwald schauen vorbei und berichten über Licht- und Schattenseiten in einem „grünen Stadtteil“. Mein Ex-Mitschüler Andreas Henschel ist auch aus Stöcken, aber genaugenommen aus der „Schwarzen Heide.“ Und er gesteht: „Wir wären gerne ein eigener Stadtteil.“ Ist ja auch jenseits der Autobahn.
Und dann hält am Bus der Dienstwagen von Bernd Strauch. Schlohweißes Haar, dunkler Anzug, geschmackvolle Krawatte. Hannovers Erster Bürgermeister kommt unverkennbar von einem offiziellen Termin. Für einen Auftritt am NP-Bus und einen kurzen Bummel über den Stöckener Markt hat er aber Zeit. „Hier kaufe ich immer die guten Nougatecken und frische Blumen.“Auf den Spuren der Stadtgeschichte
Der Stöckener Markt mit seiner Vielfalt ist ein Magnet. Trotz der feuchtkalten Witterung kommt die Ledeburg-Fraktion vorbei, alle warm eingepackt. Anneliese Friedmann nimmt „erst den Bus, dann die 5. Ich kann aber auch andersrum fahren.“ Auch Friedrich Todte ist wieder da. Am S-Bahnhof Ledeburg hatte er von uns am Montag wissen wollen, woher der Name „BV Werder“ stammt. Schon haben wir die Antwort: Er geht auf den preußischen General August von Werder (1808-1888) zurück. Den hatten sich die Gründungsmitglieder 1910 zum Vorbild genommen, als sie den Klub vor 99 Jahren – damals noch in der Callinstraße in der Nordstadt – ins Leben riefen. Daher stammt auch der Spitzname „Die schwarzen Husaren“, zu denen General von Werder gehörte.
Schnell kreisen die Diskussionen am NP-Tourbus um König Fußball und das Spiel der Roten gegen Stuttgart. „Ich denk schon wieder mit Schrecken dran“, lacht Todte. Und Else Rottmann glaubt nicht an die Hanke-Therapie: „Ich kenne welche, denen haben sie auch die Weisheitszähne gezogen – geholfen hat das auch nichts.“
Umlagert ist das Goldene Stadtteilbuch – und heute kommt endlich Literatur ins Spiel. Adele Koch, geborene Otto, spendiert vier Zeilen Schiller. Der Großvater, Anhänger der Welfen, der Vater Schriftsetzer in Alfeld – Frau Otto lebt gerne in Stöcken. Ganz ohne Welfen, dafür aber mit ihrer NP.
Für „ihre NP“ hat Irmgard Jordan eine Anregung. „Schreiben sie doch mal alle Gewinnzahlen auf eine Seite.“ Ob Sie denn alles spielt? „Alles bis auf Keno.“ Auch Bingo. „Klar, allein wegen des Dicken.“

Viele nette Gespräche, kein Gedanke an die Bratcurry gleich nebenan. Und dann passiert es doch noch. Mit Thermoskanne, Bechern, Plastikbestecken und zwei großen Warmhaltekartons kommen Mara Tesanovic und ihr kroatisches Team vom Restaurant-Schnellimbiss „Blaue Adria“ herüber. Seit April sind sie in der Stöckener Straße, jetzt wollen sie Werbung machen. „Harald John testet als Erster“, ruft der Kollege Christoph Dannowski. Da komme ich nicht mehr raus, Dannwoski und Fotografin Nancy Heusel aber auch nicht. Cevapcici, Hacksteaks mit Schafskäsefüllung, Schweinefilet ohne Ende, Djuvecreis, scharfe rote Sauce, Knoblauch satt. Und das um halb zwölf. Den Rest des Vormittags nehmen wir nur noch durch einen Nebel wahr.

Zum Finale meldet sich Edith Viehöfer-Richter aus Ledeburg. Sie liebt den Stöckener Markt, „liegt ja nur das Gemeindeholz dazwischen.“ Warum nicht der Markt in Herrenhausen? Kurz überlegt, dann. „Herrenhausen ist mir ungelegen.“

Mahlzeit: Zum Bohnenkaffee gibts ein, zwei Cevapcici.

Mahlzeit: Zum Bohnenkaffee gibts ein, zwei Cevapcici.

Uns kommt das Quartier am Großen Garten aber sehr gelegen. Wir freuen uns auf den nächsten Markttag, aber bitte nur mit einer Tasse Kaffee.
Herrenhausen, wir kommen!

Unterwegs in Oberricklingen

Hut tut gut: Auf dem Oberricklinger Markt ist es kühl.

Hut tut gut: Auf dem Oberricklinger Markt ist es kühl.

Der Tag beginnt mit einem kleinen Drama: Frank Wilde ist der Akku eingefroren, der NP-Fotograf steht ohne Handwerkszeug da. Streicheln, wärmen, reiben –Technik im Winterschlaf. Und das bei diesem Besuch! Früh um 10 Uhr haben sich 14 Kindergartenkinder aus der Levester Straße am NP-Stand versammelt. Oberricklingen, das geht ja gut los!
Der NP-Tourbus steht heute auf dem schönen Wochenmarkt am Butjerbrunnenplatz, gleich neben der ziegelroten St.-Thomas-Kirche. Die Kinder mit den niedlichen grünen und blauen AWO-T-Shirts und ihre Mütter haben aber eine ernste Botschaft. „Nur für ein Kind haben wir im kommenden Jahr einen Hortplatz“, sagt Leiterin Gerti Lehmann. Schon jetzt sind die Kinder in einem Container untergebracht, im kommenden Jahr haben sie keinen Platz mehr.

"Oberricklingen ist toll!", jubelt der Nachwuchs. Aber nur, wenn es mehr Hortplätze gibt.

"Oberricklingen ist toll!", jubelt der Nachwuchs. Aber nur, wenn es mehr Hortplätze gibt.

Seinen Protest entfaltet der Nachwuchs sehr künstlerisch – mit einem Gedicht. „Oberricklingen ist toll“, rufen die Kleinen ihren Refrain, und Steffi Dietrich-Apitz ergänzt: „Nur eines hast Du leider nicht / einen Hortplatz für mich“. Gummibärchen für die Kleinen, das Erinnerungsfoto machen wir mit der Digi-Cam aus dem Kindergarten. Der Akku des Profis ist noch immer erkaltet.
Danach erscheint das ältere Semester. Reinhard Lühr (82) ist Ur-Ur-Ricklinger. Geboren ist er im Edelhof, er kennt seinen Stadtteil ebenso gut wie Walter Sänger. „Ich bin am Hakenkreuzplatz geboren, heute ist das der Schünemannplatz.“ In der Pfarrstraße hat er Automechaniker gelernt. Und noch ein Original kommt an den Stand. Karlheinz August Kochheim erinnert an die alte Arbeiter-Badeanstalt „hinten am Landwehrgraben.“ Und muss ein wenig mit dem Kollegen Christoph Dannwoski schimpfen. Er hat in seinen Ricklingen-Betrachtungen aus der Beeke die Ihme gemacht. „Meine Großeltern würden aus dem Grab auferstehen, wenn sie Ihme gelesen hätten.“
Regina und Thomas Beer sind beim TSV Saxonia. „Der liegt gleich neben den Sportfreunden Ricklingen, ist aber nicht pleite“, scherzt Beer. Und Ingrid Albrecht ist vom Mühlenberg runtergestiegen. „Ich komme jeden Donnerstag mit der Bahn hierher“, berichtet die 79-Jährige. „Der Markt ist wunderschön.“
In der Tat. Gemüsehändler Wissroth hat einen Mega-Kürbis am Stand, Scheibe für Scheibe schneidet er runter. Der Blumenmann hat schöne Kränze geflochten, nur der Kaffee am Grillstand (zu früh für Bratcurry!) ist dünn und lauwarm. Helmut Katz aus Neustadt hat Weidenkätzchen im Angebot Strauß fünf Euro. Karl-Heinz Mochty aus Marienwerder hilft ihm. „Als Taxifahrer musste ich aufhören, als Rentner helfe ich gerne mal aus.“ Kleinere Turbulenz, als ein freundlicher Rosenverkäufer auftaucht. „Was willst Du denn hier“, frotzelt Walter Sänger, „Du bist doch aus Wettbergen.“ Der Tonfall ist hart, aber herzlich. Klar, hier wohnen die alten Arbeiter von der Leichtmetall, der Hanomag, von VW und Telefunken. Wo Linden in Pose erstarrt, ist Oberricklingen authentisch.
Fotograf Frank Wilde hat längst wieder Frieden mit seinem Akku geschlossen und macht schöne Bilder, Dannowski moderiert tapfer gegen die schneidende Kälte an. Am Stand begrüßt er Wahnfried Wagner, 1. Vorsitzender des TTC Helga, der bei der NP-Sportgala die Reise in die Dominikanische Republik gewonnen hat. „Sie haben die Bräune immer noch im Gesicht“, sagt er zu Frau Wagner. Die im übrigen auch Helga heißt.

Mit Stimme: Herbert singt den NP-Song.

Mit Stimme: Herbert singt den NP-Song.

Wir haben zwei schöne Stunden verlebt, Oberricklingen ist einen Marktbummel wert. Stammbesucher Herbert stimmt am Mikro „Neue Presse – du wirst nie untergehen“ an. Finale.
Morgen früh ist wieder Markt, und wir freuen wir uns auf ein paar echte Originale aus dem Nordwesten.
Stöcken, wir kommen!

Unterwegs in Bothfeld

Auf Tour in Bothfeld: Das Gästebuch der NP ist heiß begehrt.

Auf Tour in Bothfeld: Das Gästebuch der NP ist heiß begehrt.

Der erste Eindruck: Hier ist viel Platz! Die Parklücken reihen sich brav aneinander, die Straßen zwischen den sorgsam gepflegten Häuschen sind leer und gefegt, auch auf dem nahen Friedhof ist auch noch Platz. In der Kurze-Kamp-Straße verlieren sich drei Marktbeschicker: Kuchen, Kartoffeln, Kohlrabi. „Ich wohne seit 25 Jahren hier, aber diesen Markt habe ich auch noch nie wahrgenommen“, sagt Anne Müller.

Der NP-Tourbus steht heute in Bothfeld, gegenüber der Heilig-Geist-Kirche. Klaus Strüver ist gekommen und macht Fotos für die Bothfelder Arbeitsgruppe. Wir kennen Strüver schon vom Roderbruchmarkt, damals hatten wir gefühlte 30 Grad. Jetzt ist kühles Schal-Wetter, Kollege Christoph Dannowski hat dennoch Betriebstemperatur erreicht. Lautstark begrüßt er das Eintreffen des vierten Marktwagens, türkische Spezialitäten, Essig & Öl: „Jetzt hat Bothfeld mit Ahlem aufgeschlossen, da standen auch nur vier Wagen auf dem Wochenmarkt.“
Corinna Voltmer kommt an den Stand und berichtet, wie kinderfreundlich Bothfeld ist. Serienautor Michael Krische beißt währenddessen in ein trockenes Brötchen. „Sonst kippe ich um.“ Mit den Gedanken ist er ohnehin beim Kröpcke-Center, dass nach aktueller Rechtslage weitergebaut werden kann. Solche monströsen Bausünden sind Bothfeld fremd, hier geht es gediegen und zweigeschossig zu. Wolfgang König, dessen Vater als „Kupferkönig von Bothfeld“ bekannt war, weil er alle Kupferdächer des Viertels eingedeckt hat, berichtet, dass er vor 75 Jahren hier geboren wurde. Aber er ist doch erst 74? „Naja, angefertigt wurde ich aber vor 75 Jahren.“ König hat hier den Schützenverein nach dem Krieg wiedergegründet und ist im Gesangsverein „Concordia“, der im Gemeindehaus übt.

Da wandert so manche Anekdote in den Reporterblock.

Da wandert so manche Anekdote in den Reporterblock.

Währenddessen freut sich Christoph Dannowski über den ersten fremdsprachigen Eintrag im Goldenen Gästebuch. „Ja mieszkam 20 Lat in Botfeld“, schreibt Edward Dewucki auf Polnisch, „ich wohne seit 20 Jahren in Bothfeld“. Der Mann mit der knallroten Windjacke ist nicht nur Vorsitzender des SC Polonia, er ist auch ein Supersportler. Um 3 Uhr früh hat er bereits die NP ausgetragen, jetzt übt er für den nächsten Marathon. Während er schnell am Horizont verschwindet, spendiert die nette Nachbarin von der Bäckerei Marquardt eine Platte Kirschkuchen. Ihr ist gleichgültig, dass sie uns in unseren Marathonbemühungen weit zurückwirft. Dafür haben wir uns jetzt warmgezittert, das verbraucht auch Kalorien.
Am Mikro ist Kollege Dannowski schon bei unserem nächsten Auftritt. „Treffen Sie uns morgen an der Wallensteinstraße“, ruft er laut. Und leise murmelt er als gestandener (Unter-)Ricklinger: „Ist Feindesland. Da fahr ich nur zum Tanken hin.“ So schlimm wird’s aber schon nicht werden, davon bin ich fest überzeugt. Und vielleicht gibt’s ja auch mal wieder Bratcurry.
Oberricklingen, wir kommen!

Unterwegs in Linden-Nord

Kreativ auch nach der Schule: Franziska hat das erste Bild fürs Goldene Buch der NP gemalt. Schön!

Kreativ auch nach der Schule: Franziska hat das erste Bild fürs Goldene Buch der NP gemalt. Schön!

„Linden ist die Hauptstadt Hannovers.“ Hermann Bodenstein bringt das Selbstverständnis der Ureinwohner auf den Punkt. Und weil sich der frischgebackene Rentner über seine  gelungene Formulierung freut, wiederholt er sie noch ein paar Mal. „Linden ist die Hauptstadt Hannovers.“ 1946 ist er hier geboren: „Woanders? Nein danke!“
Der NP-Tourbus steht heute in Linden-Nord, auf der zugigen Ecke Kötnerholzweg und Limmerstraße. Im Rücken der Taxenstand und ein Pferdebrunnen, vor uns im Zwei-Minutentakt die Linie 10 und der Regio-Sprinter Richtung Dedensen. Hektisch geht es auch am Stand zu. Alle wollen Gummibärchen, alle möchten gerne reden – Jung und Alt. Da ist Jürgen Press, schmale Brille mit gelben Gläsern, Ex-Kulturredakteur von „Radio Flora“, Anhänger der „Piratenpartei“. Sein Credo: „Linden ist nicht Aschenputtel, sondern Goldmarie.“ Das würde Waldtraut Hildebrand glatt  unterschreiben. Seit 80 Jahren lebt sie in Linden, von der Mädchen-Mittelschule 3 am Lindener Berg. „Seit 45 Jahren haben wir jährlich ein Klassentreffen, das nächste am Sonnabend.“ Nur der Kreis ist überschaubarer geworden: „Letztes Jahr waren wir sieben.“

Waldtraut Hildebrand freut sich aufs Klassentreffen.

Waldtraut Hildebrand freut sich aufs Klassentreffen.

Schöne Erinnerungen kann Ilse Dohrmann beisteuern. Fast 50 Jahre lebt sie im ockerfarbenen Haus Pfarrland- Ecke Limmerstraße, „früher erster, jetzt vierter Stock.“ Die Straßenbahn sei hier schon immer durchgerattert, „aber heute höre ich sie mehr.“ Linden mag sie immer noch, auch wenn sich viel geändert habe. „Damals nannten wir die Limmerstraße die ‚Georgstraße von Linden’.“ Lange vorbei. „Wenn sie heute einen Schlüpfer brauchen, müssen sie in die Stadt.“
Genau dieses Multikulturelle gefällt Nils Patricius. Seit 2001 lebt der 34-Jährige hier „auf der alternativen Schiene“: „Ich mag die türkischen Gemüsehändler.“
Kollege Christoph Dannowski muss mal kurz unterbrechen. Soeben hat er die Nachricht bekommen, dass Oberbürgermeister Stephan Weil das große NP-Stadtteilbuch am 9. November im Rathaus präsentiert. Und da darf man öffentlich jubeln. Auch übers Mikro. Waldtraut Hildebrand fragt nach: „Sind Sie Herr Dannowski?“ Zustimmendes Nicken, dann leichte Skepsis bei der langjährigen NP-Leserin: „Ich hatte Sie mir größer vorgestellt, so über den Dingen stehend.“ Dannowski schmunzelt geistesgegenwärtig: „Dann meinen Sie meinen Vater.“

Gummibärchen für alle!

Gummibärchen für alle!

Der Wind treibt braune Blätter vor sich her, der „Witwe Bolte“-Wagen gegenüber verströmt den Geruch frisch gegrillter Hähnchen. Wir frösteln vor uns her, da stürmt der zweite Jahrgang der Albert-Schweitzer-Schule den Stand. Gummibärchen für alle! Und der kleine Kan freut sich: „Ein Schlüsselband. Glück gehabt.“ Lehrerin Petra Wachowiak achtet darauf, dass jeder nur eine Tüte bekommt. Sie trägt ein St.-Pauli-Hemd mit Totenkopf. Lindener Chic.
Hier ist alles ein wenig anders. Kornelia bringt es in unserem „Goldenen Buch“ auf den Punkt: „Linden. Kann man nur empfehlen.“
Aber morgen freuen wir uns nicht nur auf unterhaltsame Gespräche, sondern eine schöne Bratcurry. Die haben wir heute vergeblich gesucht.
Bothfeld, wir kommen!

Unterwegs in Ledeburg

Unter lauter Ledeburgern

Unter lauter Ledeburgern

Es gibt bekanntere Stadtteile. Um ehrlich zu sein, gibt es wohl wenig unbekanntere Stadtteile in Hannover. Die Rede ist von Ledeburg. „Wir werden zerrieben zwischen Herrenhausen und Stöcken“, sagt Helga Winter, die ’76 aus der List hierher gezogen ist. Schön sei es ja, „aber hier fehlt ein Zentrum und Infrastruktur.“ In der Tat: Der erste Eindruck ist der gähnender Leere. Aber der erste Eindruck täuscht ja bekanntlich.
Nur wenige Minuten, nachdem Kollege Christoph Dannowski die Verstärkeranlage angeworfen hat, ist der kleine Platz am Cordweg proppenvoll. Der NP-Tourbus steht heute in Ledeburg am S-Bahnhof. „Da, gleich hinter der Unterführung, das ist schon Burg“, zeigt Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald. Sie weiß auch, dass der markante Wasserturm am Ende des Cordweges auf dem Gelände der ehemaligen Eilers-Werke steht. „Louis Eilers hat sogar den Hauptbahnhof in Leipzig gebaut“, weiß Friedrich Todte, ein echtes Ledeburger Original. Und schon entspinnt sich eine lebhafte Diskussion am NP-Stand über das Leben in Ledeburg, speziell das Vereinsleben. Und es wird berichtet, dass Ex-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg „seinerzeit“ ein Vereinsheim für Damla Genc spendiert hat. „Und wo kommt der Name ‚Werder’ wohl ursprünglich her?“, fragt sich NP-Leser Todte. Wir bitten die Sportredaktion um Nachfrage! „Da bin ich aber gespannt“, lacht Todte.
Unterdessen ist Ute Deinstrop-Ulbrich eingetroffen, in den Händen hält sie eine große Kiste Süßes. „Da muss man heute ‚Schaumküsse’ zu sagen“, weiß Kollege Dannowski. „Ach was, wir von der älteren Generation sagen Negerkuss.“ Und Dieter Paare hat seine schneeweiße Hündin Lissi mitgebracht. Er lobt die NP-Serie, seine Frau Petra hat aber einen ärgerlichen Fehler gefunden. „Sie haben Linie 11 eingezeichnet, das ist aber Linie 6.“ Sorry, Frau Paare, ändern wir. Lissi drängelt, ein Husky hat nun mal Bewegungsdrang. Genauso wie Werner Fuhrmann. Der 73-Jährige ist mit seinem roten Rennrad vorbeigekommen. „Ich fahre 7000 Kilometer im Jahr.“ Respekt.

Am NP-Bus ist immer was los.

Am NP-Bus ist immer was los.

Peter Kluesmann kommt an den Stand und verewigt sich im Goldenen Buch: „Hannover ist die schönste Stadt der Welt!“ „Apropos. Kommt ihr denn auch nach Stöcken?“, will Fuhrmann wissen. Klar, schon nächsten Freitag. Und nach Herrenhausen? Auch. „Da müsst ihr erstmal Ernst-August fragen. Sonst gibt’s eine mit dem Schirm.“ Allgemeine Heiterkeit, in Ledeburg nimmt man das Leben mit viel Humor.
So kann es weitergehen in dieser turbulenten „5 Tage – 5 Stadtteile“-Woche. Auch und gerade am Kötnerholzweg, einer höchst geselligen Ecke in einem deutlich bekannteren Stadtteil.
Linden-Nord, wir kommen!

Unterwegs in Döhren

BLOG 1 fuer Perre„Der Döhrener an sich ist ein spendabler Mensch.“ Kollege Christoph Dannowski, der an diesem stürmisch-nassen Herbstmorgen auffällig  guter Dinge ist, hat es wieder mal vorher gewusst. Der NP-Tourbus steht heute auf dem Fiedelerplatz, einem der schönsten Wochenmärkte der Stadt. Dem fiesen Wetter zum Trotz zeigen sich unsere Nachbarn von ihrer sonnigen Seite. Die freundlichen Österreicher aus dem Bregenzerwald reichen eine Scheibe Appenzeller rüber, Heinz Wiegmann (Weserbergland, 500 Schweine) kommt mit einer Leistungsschau seines Fleischwagens herüber: Feiner Schinken, Bregenwurst, Schinkenknacker. Und Horst Bohn („ihr sollt doch nicht leben wie ein Hund“) spendiert Lakritzbonbons. Für den Hals.
Christa Oppermann hat die NP für ihren Sohn Marc abonniert: „Der liest so gerne den NP-Sportteil, auch wenn er jetzt in Braunschweig lebt.“ Gerade, weil er in Braunschweig lebt! Und Hans-Joachim Gohlisch hat die Neue Presse „schon um 4.54 Uhr gelesen.“

Frühstarter!
BLOG 2 fuer PerreBodo Krüger kann über Besuch nicht klagen. Die Männer aus Döhrens Sportvereinen sind geschlossen angetreten. „Dich kennt hier ja jeder Vierte“, staunt Kollege Dannowski öffentlich übers Mikro.
Eine erinnerungswürdige Geschichte steuert der Laatzener Wilhelm Martz, einst aktiver Rugby-Spieler bei Victoria Linden, bei. Er berichtet von Nebenjobs in der Kindheit. „Ich habe im Steintor-Hotel ,Rex’ als Schüler Kegel aufgestellt.“ Für drei Stunden gabs zwölf Mark, bei „Allen Neunen“ auch mal ein halbes Hähnchen. „War der Hit, damals.“ Nur als der Vater erfahren habe, dass sein Sohn in einem Stundenhotel unten auf der Kegelbahn jobbt, „da hat es einen an die Moppen gegeben.“

In Döhren hat der Sturm mittlerweile die dunklen Wolken weggeblasen, die Sonne kommt raus. Aber allen kann es das Wetter nicht recht machen. „Mir fehlt der Schnee“, klagt Angelika Fichtner, die aus dem Harz nach Hannover gezogen ist. Dafür freut sich Karl-Ludwig Wagner schon auf den Frühling. Der Presseprecher des Kleingartenvereins Steintormasch e.V. („liegt in der Nordstadt, nicht in Herrenhausen“) plant für den 30. Mai eine große Party. „Zehn Jahre Expo – das muss gefeiert werden.“
BLOG 3 fuer PerreWir am NP-Tourbus feiern schon mal vor. Denn Waldtraut Goldmann, die wir am Tag zuvor in Vinnhorst kennengelernt haben, liefert eine Aufschnittplatte an. Wurst, Schinken, frisches Baguette und knackige Cocktailtomaten. Ein runder Markttag, so kann es nächste Woche in Bothfeld, Oberricklingen und Stöcken weitergehen. Aber erstmal wollen wir noch ein wenig Kiez-Luft atmen.
Linden-Nord, wir kommen!

Unterwegs in Vinnhorst

BLOG 1 fuer PerreAnnegret Becker-Baumann hätte es sehen können. Immerhin ist sie Geprüfte Astrologin im Deutschen Astrologen Verband (DAV) und mithin fähig, die Zukunft zu deuten. Dass wir mit dem NP-Tourbus aber heute in Vinnhorst vorbeikommen, hat sie doch „ein wenig überrascht.“ Andere sind präzise vorbereitet: Horst Meyer vom Arbeitskreis Stadtgeschiche steht um Punkt zwei Uhr bei uns am Stand, der heute zwischen Bäckerwagen, Fleischertheke und dem Bus der Fahrbücherei am Vinnhorster Rathaus steht. Hobbyhistoriker Wolfgang Leonhard hat eine ganze Tüte Bücher mitgebracht. „Aktuell forsche ich an der Geschichte des Kurhauses Mecklenheide – von 1899 bis heute.“ Aktiv sind sie hier alle. Auch Hansjürgen Gärtner vom „Kulturkreis“. Gemeinsam haben sie alle vier Wochen einen Talk-Gast im Rathaus, in dem schon lange keine Politik mehr gemacht wird. „Unser Herr Hoppe hat über ‚Deutschen Kitsch’ referiert, auch ein Polarforscher war schon da.“BLOG 2 fuer Perre
Vinnhorst ist voll aktiv, das wird uns schnell klar. Am NP-Tourbus, der bei feinstem Herbstwetter von Besuchern umlagert wird, kommen die schönsten Geschichten aus dem Stadtteil auf den Tisch. Petra Schulz freut sich schon auf die Vorweihnachtszeit: „Wir veranstalten wieder unseren Lebendigen Adventskalender.“ Dabei darf sich jeder einen der 24 Tage aussuchen, seine Fenster schmücken und Nachbarn zu Glühwein, Stollen – oder auch mal einem Gedicht – einladen.
„Wir sind viergeteilt wie Berlin“, erklärt Horst Meyer. Kanal und Bahntrasse schneiden Vinnhorst in etwa vier gleichgroße Teile. Auf der anderen Seite des Mittellandkanals ist nach dieser Logik drüben. „Drüben“, sagt Meyer, „ist es aber auch schön.“ Zwei Bauernhöfe und viel Grün. Und die S-Bahn hält dort auch. Dunja Niksic schaut mit den Kindern aus dem Schulkinderhaus am Glücksrad vorbei und Waldtraut Goldmann reicht einen Gratis-Kaffee aus dem Bäckereiwagen heraus – „gegen die Kälte“.
BLOG 3 fuer PerreDie Kälte bleibt ein Thema. morgen müssen wir uns warm anziehen. Ganz ohne Blick in die Kristallkugel ahnen wir: Auf dem Fiedelerplatz wird es stürmisch.
Döhren, wir kommen!